Die Schütt verkommt zum Selbstbedienungsladen
Naturschutzbund schlägt Alarm: Schon wieder waren im Bergsturzgebiet des Dobratsch dreiste Diebe unterwegs. Diesmal hatten sie es auf alte Natur-Bonsais abgesehen, die auf dem Grundstück des Vereins wuchsen.
Villach Jetzt haben gewitzte Händler aus dem Osten auch schon Krüppelföhren im Visier. Diese bis zu 300 Jahre alten natürlichen Bonsais scheinen viel Geld zu bringen. Ausgerechnet das Grundstück des Kärntner Naturschutzbundes suchten die Pflanzenräuber heim. Anrainer wurden aufmerksam, als immer wieder ein Wagen mit tschechischem Kennzeichen vorfuhr, und alarmierten die Polizei. Die Rotföhren wurden beschlagnahmt, die Personalien aufgenommen. Dann vertschüssten sich die Täter inklusive ihrer Beute. "Diese Leute gingen unglaublich professionell vor", sagt Klaus Kugi, Obmann des Naturschutzbundes: "Zuerst wurden die Rotföhren vorsichtig ausgegraben, dann die empfindlichen Wurzeln lichtdicht in schwarze Folie verpackt und mit feuchten Tüchern umwickelt. Sie haben sich eine Menge Arbeit gemacht." Entsprechend teuer wird diese Ware auch sein. "Es ist ein Skandal, dass die Natur zu einem Selbstbedienungsladen degradiert wird", so Kugi.
Im Bergsturzgebiet des Dobratsch - auf den Schutthalden und Steinbrocken wachsen die begehrten Rot- und Schwarzföhren. Sie sind als Hungerkünstler an extreme Trockenheit und Nährstoffmangel gewöhnt und wachsen daher extrem langsam. Auf den 280 Hektar Grundflächen, die der Naturschutzbund kärntenweit angekauft hat, um seltene Arten zu schützen, heißt es aufzupassen. "Die Aufsicht erfordert vollen Einsatz zum Glück unterstützen uns oft Anrainer und melden, wenn etwas nicht stimmt", so Kugi.